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Guild Wars 3: Das wissen wir über ArenaNets neues MMO

MMOWELTENVon MMOWELTEN3. August 2026Aktualisiert:3. August 2026Keine Kommentare8 Min. Lesezeit
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Nach zwei Jahrzehnten kehrt ArenaNet nicht nur nach Tyria, sondern weit in dessen Vergangenheit zurück. Guild Wars 3 soll ein modernes Action-MMORPG werden, das auf ein Abo, einen Battle Pass und Pay-to-win verzichtet – dafür aber einiges anders machen möchte als Guild Wars 2.

Das Wichtigste in Kürze

  • Guild Wars 3 befindet sich offiziell bei ArenaNet in Entwicklung.
  • Das MMORPG erscheint für PC, Steam und PlayStation 5.
  • Die Handlung spielt mehr als 1.000 Jahre vor dem ersten Guild Wars.
  • Schauplatz ist das noch lebendige und von Magie erfüllte Orr.
  • Das Spiel wird als Buy-to-play-Titel ohne Abo und Battle Pass veröffentlicht.
  • Eine erste Beta ist für Herbst 2027 angekündigt; einen Erscheinungstermin gibt es noch nicht.

Aus einem Gerücht wird endlich Gewissheit

Guild Wars 3 war lange eines dieser Spiele, über die viel gesprochen wurde, obwohl eigentlich kaum etwas feststand. Bereits 2024 fiel der Name während einer Aktionärsversammlung von NCSoft. Danach folgten widersprüchliche Aussagen darüber, ob das Projekt tatsächlich entwickelt oder lediglich intern geprüft werde.

Inzwischen hat sich diese Diskussion erledigt: ArenaNet hat Guild Wars 3 am 5. Juni 2026 offiziell vorgestellt. Das neue MMORPG soll weltweit für PC und PlayStation 5 erscheinen. Damit schafft es die Reihe erstmals auf eine stationäre Konsole. Die ersten Betatests sind für Herbst 2027 geplant, ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde bislang jedoch nicht genannt.

Für mich ist allein diese Ankündigung bemerkenswert. Neue große MMORPGs sind mittlerweile selten geworden – und noch seltener stammen sie von einem Studio, das bereits zweimal bewiesen hat, dass es die festgefahrenen Regeln des Genres infrage stellen kann.

Das erste Guild Wars verzichtete auf ein monatliches Abonnement und setzte stark auf instanzierte Inhalte sowie flexible Charakter-Builds. Guild Wars 2 entfernte die klassische Queststruktur, führte dynamische Weltereignisse ein und machte aus dem gemeinsamen Erkunden einen zentralen Bestandteil des Spiels. Entsprechend hoch sind nun die Erwartungen an einen dritten Teil.

Guild Wars 3 wird ein Prequel

ArenaNet geht bei der Handlung einen überraschenden Weg. Guild Wars 3 setzt die Geschichte von Guild Wars 2 nicht unmittelbar fort, sondern spielt mehr als 1.000 Jahre vor den Ereignissen des ersten Spiels.

Wir reisen in eine Zeit, in der Orr noch nicht als verdorbenes und versunkenes Königreich bekannt war. Statt Ruinen und untoter Kreaturen erwartet uns eine blühende Wildnis, die stark von Magie durchdrungen ist. Die Alt-Drachen befinden sich in ihrem tiefsten Schlaf und auch die menschlichen Götter haben Tyria noch nicht verlassen.

Diese Entscheidung gefällt mir. ArenaNet muss dadurch nicht ständig versuchen, die Bedrohungen aus Guild Wars 2 noch einmal zu übertreffen. Nach Weltuntergängen, Alt-Drachen und göttlichen Konflikten wäre ein noch größerer Gegner vermutlich kaum die richtige Antwort gewesen.

Stattdessen soll Guild Wars 3 eine persönlichere Geschichte erzählen. Im Mittelpunkt stehen Orr, seine Bewohner und verschiedene Gilden, die um die Zukunft des Landes ringen. Gleichzeitig kann ArenaNet bekannte Bestandteile der Lore aufgreifen, ohne neue Spieler mit mehr als 20 Jahren Vorgeschichte zu überfordern.

Die Handlung des neuen Spiels begrenzt außerdem nicht die Zukunft von Guild Wars 2. ArenaNet hat ausdrücklich erklärt, dass der zweite Teil auch nach der Veröffentlichung von Guild Wars 3 mit neuen Geschichten, Figuren und Gebieten fortgeführt werden soll.

Wir schließen uns den Vaelwardens an

Unsere Spielfigur gehört zu den Vaelwardens, dem ältesten offiziell gegründeten Orden Orrs. Seine Mitglieder beschützen die sogenannten Vael: magische Naturgeister, die während der Blütezeit des Landes entstanden sind.

Zu Beginn des Spiels befindet sich der einst angesehene Orden allerdings kurz vor seinem Untergang. Andere Gilden betrachten die magischen Ressourcen Orrs vor allem als Möglichkeit, Macht und Reichtum zu gewinnen. Besonders die industriell ausgerichteten Mavenwrights wollen die Wildnis erschließen und ihre Schätze ausbeuten.

ArenaNet verzichtet damit offenbar bewusst auf die klassische Geschichte eines vorherbestimmten Helden. Wir sind nicht der Auserwählte, der mal eben die gesamte Welt retten muss, sondern Mitglied eines angeschlagenen Ordens, dessen Aufgabe von vielen Bewohnern nicht mehr ernst genommen wird.

Das klingt zunächst weniger spektakulär als der Kampf gegen einen Alt-Drachen. Für ein MMORPG kann eine solche Ausgangslage aber wesentlich interessanter sein. Eine Gilde muss schließlich nicht nur im Namen des Spiels vorkommen. Sie kann als Gemeinschaft wachsen, neue Verbündete gewinnen und sich ihre Stellung in der Welt erst erarbeiten.

Bewegung und Kampfsystem gehören zusammen

Einer der auffälligsten Bestandteile der bisherigen Präsentation ist das Bewegungssystem. Unsere Charaktere können rennen, gleiten, springen und sogar an Wänden entlanglaufen. Der vorhandene Schwung soll beim Wechsel zwischen diesen Fortbewegungsarten erhalten bleiben.

Auch im Kampf spielt die Bewegung eine wichtige Rolle. ArenaNet verspricht ein Action-Kampfsystem, bei dem Positionierung, Fähigkeiten und Geschwindigkeit ineinandergreifen. Im richtigen Moment aufgebauter Schwung kann offenbar in stärkere Angriffe oder eine größere Wirkung umgewandelt werden.

Begleitet werden wir von einem sogenannten Seeker. Dieses Wesen stellt die Verbindung zu den Naturgeistern Orrs her und dient gleichzeitig als Reittier. Wie stark wir den Seeker anpassen können und welche Bedeutung die Beziehung zu ihm spielerisch besitzt, ist noch nicht vollständig bekannt.

Die Idee wirkt auf mich wie eine nachvollziehbare Weiterentwicklung der Reittiere aus Guild Wars 2. Dort waren Mounts nicht einfach nur schneller als normale Charaktere. Jedes Tier hatte sein eigenes Bewegungsgefühl und einen bestimmten Einsatzzweck. Wenn ArenaNet diesen Ansatz auf die gesamte Fortbewegung überträgt, könnte daraus tatsächlich eines der Alleinstellungsmerkmale von Guild Wars 3 entstehen.

Trotzdem würde ich die Erwartungen noch etwas bremsen. Der Ankündigungstrailer enthält zwar erste in der Engine aufgenommene Spielszenen, zeigt aber noch keinen längeren, zusammenhängenden Spielablauf. Wie flüssig das System im Alltag funktioniert, werden wir vermutlich erst während einer Beta wirklich beurteilen können.

Kein Abo und kein Battle Pass

Besonders deutlich äußert sich ArenaNet bereits zum Bezahlmodell. Guild Wars 3 soll als Buy-to-play-Spiel erscheinen. Wir kaufen das Spiel einmal und benötigen danach kein monatliches Abonnement.

Bemerkenswert ist, dass ArenaNet auch kostenpflichtige Battle Passes und vergleichbare saisonale Bezahlmodelle ausdrücklich ausschließt. Das Studio betrachtet solche Systeme als versteckte Form eines Abonnements und möchte Spielern ermöglichen, Pausen einzulegen, ohne dabei ständig Belohnungen zu verpassen.

Erweiterungen, kosmetische Gegenstände, Accountdienste und Komfortfunktionen sollen weiterhin verkauft werden können. Einen spielerischen Vorteil gegen Geld soll es nach Aussage des Studios jedoch nicht geben.

Natürlich wird sich erst nach der Veröffentlichung zeigen, wie fair der Shop tatsächlich ausfällt. Gerade der Begriff „Komfort“ bietet in Onlinespielen reichlich Spielraum. Die klare Absage an Abos, kostenpflichtige Battle Passes und Pay-to-win ist dennoch ein starkes Signal.

Kein direkter Ersatz für Guild Wars 2

Wer auf ein Guild Wars 2 mit besserer Grafik hofft, könnte vom neuen Teil überrascht werden. ArenaNet möchte ausdrücklich keine direkte Fortsetzung mit denselben Schwerpunkten entwickeln.

Das erste Guild Wars konzentriert sich stark auf instanzierte Abenteuer kleiner Gruppen. Guild Wars 2 steht dagegen für große offene Karten, Weltbosse, Meta-Events und umfangreiche Massenschlachten. Guild Wars 3 soll sich zwischen diesen beiden Ausrichtungen einordnen.

Zwar wird das neue Spiel deutlicher als klassisches MMORPG erkennbar sein als der erste Teil, die riesigen Massenerlebnisse von Guild Wars 2 sollen jedoch nicht kopiert werden. ArenaNet spricht von einer zusammenhängenderen Welt mit weniger Ladebildschirmen, in der wiederholte Besuche neue Erlebnisse bieten können.

Das dürfte innerhalb der Community noch für Diskussionen sorgen. Gerade die großen Meta-Events gehören für viele Fans zu den wichtigsten Stärken von Guild Wars 2. Gleichzeitig wäre es wenig sinnvoll, zwei Spiele zu betreiben, die nahezu dieselbe Erfahrung anbieten.

Was passiert mit unseren bisherigen Erfolgen?

Langjährige Spieler sollen zumindest einen Teil ihrer Geschichte mitnehmen können. ArenaNet plant eine neue Halle der Monumente, über die Accounts aus Guild Wars 2 mit Guild Wars 3 verbunden werden.

Welche Belohnungen dort freigeschaltet werden, ist noch nicht bekannt. Denkbar wären Titel, kosmetische Gegenstände, Skins oder andere Erinnerungen an erreichte Fortschritte. Direkte spielerische Vorteile erscheinen dagegen unwahrscheinlich.

Wann erscheint Guild Wars 3?

Einen Erscheinungstermin gibt es derzeit nicht. ArenaNet möchte im weiteren Verlauf des Jahres 2026 und während des Jahres 2027 zusätzliche Informationen zu den Spielsystemen, Betatests, dem Preis und der Veröffentlichung bekannt geben.

Fest eingeplant ist bislang lediglich der Beginn der Betaphase im Herbst 2027. Interessierte Spieler können sich über die offizielle Webseite für den Newsletter und mögliche Testeinladungen registrieren.

Ein Release im Jahr 2027 ist damit keineswegs bestätigt. Wenn die erste öffentliche Testphase tatsächlich erst im Herbst beginnt, halte ich eine Veröffentlichung ab 2028 für realistischer. Das ist jedoch ausdrücklich nur eine Einschätzung und keine offizielle Zeitangabe.

Guild Wars 3 könnte genau zur richtigen Zeit kommen

Guild Wars 3 verspricht viel: ein modernes Kampfsystem, flüssige Fortbewegung, eine lebendige Welt, faire Monetarisierung und einen respektvollen Umgang mit der Zeit der Spieler. Das klingt fast wie eine Liste sämtlicher Probleme, über die MMO-Spieler seit Jahren diskutieren.

Ob ArenaNet all diese Versprechen erfüllen kann, bleibt offen. Bislang kennen wir vor allem die Ideen hinter dem Spiel, aber noch zu wenig vom tatsächlichen Alltag in Orr. Klassen, Gruppengröße, PvP, Endgame, Handwerk und viele weitere zentrale Systeme wurden noch nicht ausführlich vorgestellt.

Trotzdem macht mich die Ankündigung neugierig. Nicht weil Guild Wars 3 automatisch das nächste große MMORPG werden muss, sondern weil ArenaNet offenbar verstanden hat, dass ein dritter Teil mehr braucht als moderne Grafik und eine neue Geschichte.

Wenn das Studio erneut den Mut findet, vertraute MMO-Regeln aufzubrechen, könnte Guild Wars 3 genau die frische Erfahrung werden, die das Genre dringend benötigt.

Quellen

  • ArenaNet: Celebrating the Announcement of Guild Wars 3, 5. Juni 2026
  • Offizielle Webseite von Guild Wars 3, abgerufen am 3. August 2026
  • ArenaNet: The Setting of Guild Wars 3, 11. Juni 2026
  • ArenaNet: Our Guild Wars Philosophy, 16. Juni 2026
  • ArenaNet: The Vaelwardens of the Orrian Golden Age, 23. Juli 2026
  • NCSoft: Guild Wars 3 für PC und PlayStation 5 angekündigt, 5. Juni 2026
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